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Growbox-Ratgeber und Indoor-Growing-Blog

Cannabis-Legalisierung: Regeln für Besitz und Eigenanbau

Was das KCanG für Erwachsene in Deutschland erlaubt und welche Grenzen gelten

· 3 Min. Lesezeit
Illustration: Cannabisblatt neben einem Gesetzbuch und einer Waage als Symbol für den rechtlichen Rahmen

Stand der Quellenprüfung: 6. Oktober 2026. Cannabis ist in Deutschland für Erwachsene unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Die Teillegalisierung ist bereits geltendes Recht: Das Cannabisgesetz trat am 1. April 2024 in Kraft. Die Chronik des Bundesgesundheitsministeriums dokumentiert diesen Zeitpunkt. Entscheidend für Besitz und privaten Eigenanbau sind die aktuellen Regeln des Konsumcannabisgesetzes, kurz KCanG.

Wie viel Cannabis dürfen Erwachsene besitzen?

Nach § 3 KCanG dürfen Personen ab 18 Jahren bis zu 25 Gramm Cannabis zum Eigenkonsum besitzen. Am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt sind bis zu 50 Gramm und bis zu drei lebende Cannabispflanzen erlaubt. Bei Blüten, blütennahen Blättern und sonstigem Pflanzenmaterial beziehen sich die Grammangaben auf das Gewicht nach dem Trocknen.

Die Mengen lassen sich nicht addieren: Der insgesamt erlaubte Besitz darf 50 Gramm nicht übersteigen. Das bedeutet beispielsweise nicht 50 Gramm zu Hause zusätzlich zu 25 Gramm unterwegs. Die Zahl der Pflanzen und die erlaubte Besitzmenge sind unterschiedliche Grenzen; drei Pflanzen erlauben nicht automatisch, beliebig viel getrocknetes Material aufzubewahren.

Wer darf privat Cannabis anbauen?

§ 9 KCanG erlaubt Erwachsenen den privaten Eigenanbau von höchstens drei Cannabispflanzen gleichzeitig am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt. Dabei geht es um den eigenen Konsum, nicht um gewerblichen Anbau. Die Begriffe Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt sind in § 1 KCanG näher bestimmt und knüpfen an einen Aufenthalt von mindestens sechs Monaten an.

Die Grenze gilt pro erwachsener Person, nicht pauschal pro Haushalt. Das erläutern die FAQ des Bundesgesundheitsministeriums. § 9 spricht von drei Pflanzen gleichzeitig; eine Beschränkung nur auf weibliche, blühende Pflanzen steht dort nicht.

Darf man Cannabis aus eigenem Anbau verschenken?

Nein. Cannabis aus dem privaten Eigenanbau darf nach § 9 Absatz 2 KCanG nicht an andere Personen weitergegeben werden. Auch ein unentgeltliches Verschenken an erwachsene Freunde ist damit nicht erlaubt. Der eigene Anbau ist keine Erlaubnis zum Verkauf oder zur Versorgung anderer Personen.

Welche Schutzmaßnahmen sind zu Hause erforderlich?

Nach § 10 KCanG müssen Cannabis und Vermehrungsmaterial durch geeignete Sicherheitsvorkehrungen vor dem Zugriff Dritter geschützt werden, besonders vor Kindern und Jugendlichen. Das BMG nennt abschließbare Schränke oder Räume als mögliche Maßnahmen. Ein gewöhnliches Growzelt allein belegt deshalb noch keinen geeigneten Zugriffsschutz; maßgeblich ist die konkrete Sicherung.

Das BMG weist außerdem darauf hin, unzumutbare Belästigungen der Nachbarschaft zu vermeiden. Lüftungs- oder Luftfilteranlagen können gegen Geruchsbelästigungen helfen. Diese Hinweise ersetzen weder die Zugangssicherung noch die übrigen gesetzlichen Anforderungen.

Ist Cannabis jetzt frei im Handel erhältlich?

Die Teillegalisierung erlaubt keinen allgemeinen freien Verkauf von Konsumcannabis. § 2 KCanG unterscheidet weiterhin verbotene Handlungen und ausdrücklich geregelte Ausnahmen, etwa den erlaubten Besitz, privaten Eigenanbau und die kontrollierte Weitergabe in Anbauvereinigungen. Solche Vereinigungen benötigen laut BMG eine behördliche Erlaubnis; eine Vereinsgründung allein reicht nicht.

Auch erlaubter Besitz bedeutet nicht, dass Konsum an jedem Ort zulässig ist. Die BMG-FAQ erläutern die Konsumverbote, unter anderem im Umfeld von Minderjährigen und bestimmten Einrichtungen. Für medizinisches Cannabis gelten eigene Vorschriften; diese Übersicht behandelt Konsumcannabis und den privaten Eigenanbau.

Wo findest du die geltenden Regeln?

Prüfe bei einer konkreten Frage die verlinkten aktuellen Gesetzesnormen und die amtlichen Erläuterungen. Geplante Reformen oder politische Ankündigungen ändern die geltende Rechtslage nicht automatisch. Diese Übersicht ersetzt keine Prüfung eines Einzelfalls. Weitere sachbezogene Beiträge findest du in unserem Ratgeberbereich.

Weiterführender Ratgeber: Wie lange ist Cannabis im Urin nachweisbar?