Temperatur und relative Luftfeuchte gehören in der Growbox in ein gemeinsames Protokoll. Ein einzelner Prozentwert oder eine kurze Temperaturspitze reicht nicht für die Auswahl eines Zusatzgeräts. Vergleiche Pflanzenbereich und Aufstellraum sowie die Zustände mit eingeschaltetem und ausgeschaltetem Licht.
1. Zwei Messpunkte vergleichbar aufnehmen
Platziere den Sensor nach seiner Anleitung im Pflanzenbereich und ergänze eine Messung im Aufstellraum. Halte die Position beim Vergleichen gleich. Ein Sensor unmittelbar am Nebelauslass oder an einer Wärmequelle beschreibt zunächst diesen einzelnen Punkt. Die Anleitung zur Klimakontrolle ergänzt das Vorgehen.
- Uhrzeit und Messort
- Temperatur und relative Luftfeuchte zusammen
- Licht an oder aus und Leuchteneinstellung
- Laufende Lüfter und Zusatzgeräte
- Gießen, offene Wasserflächen und sichtbares Kondensat
2. Den Prozentwert mit der Temperatur lesen
UMass Extension erläutert die Temperaturabhängigkeit relativer Luftfeuchte und die Entstehung von Kondensation. Beim Abkühlen kann der relative Feuchtewert steigen, obwohl kein Wasser hinzukommt. Erwärmen allein entfernt dagegen keine Wassermenge aus der Luft.
Bei unterschiedlichen Temperaturen sind zwei Prozentwerte nicht direkt als Vergleich des Wassergehalts zu lesen. Auch Kondenswasser an kühlen Oberflächen gehört in die Beobachtung. Zielwerte müssen zur Pflanzenart und Entwicklungsphase passen; aus einer Geräte-Einstellspanne folgt kein allgemeiner Sollwert für jede Growbox.
Richtwerte und Orientierung: Rechenbeispiel bei 24 °C
Die folgende Tabelle zeigt, wie relative Luftfeuchte und Blatt-VPD zusammenhängen. Sie gilt ausschließlich für 24 °C Lufttemperatur und 22 °C Blatttemperatur. Die Phasen dienen der groben Einordnung; passende Zielwerte hängen von Pflanzenart, Entwicklungsstand und Kulturbedingungen ab.
| Phase / Orientierung | Relative Luftfeuchte | Blatt-VPD |
|---|---|---|
| Keimlinge & Stecklinge | ca. 62–75 % | ca. 0,4–0,8 kPa |
| Wachstum | ca. 48–62 % | ca. 0,8–1,2 kPa |
| Blüte | ca. 35–48 % | ca. 1,2–1,6 kPa |
VPD beschreibt hier die Differenz zwischen dem Sättigungsdampfdruck am Blatt und dem Wasserdampfdruck der Umgebungsluft. Die Werte sind gerundet. Bei anderer Luft- oder Blatttemperatur ändern sich die zugehörigen Feuchtebereiche. Ohne gemessene Blatttemperatur bleibt das Ergebnis eine Schätzung.
Andere Luft- und Blatttemperaturen kannst du mit dem VPD-Rechner einordnen. Weitere Kombinationen findest du in der VPD-Tabelle als PDF. Die Anleitung zur Luftfeuchtigkeit im Growzelt erklärt Messung und praktische Einordnung.
3. Luftaustausch und Umluft getrennt prüfen
Abluft verbindet Zelt und Aufstellraum. Welche Wärme- oder Feuchteänderung sich daraus ergibt, hängt auch von der nachströmenden Luft ab. Prüfe freie Zuluft, Schlauchführung und Verbindungen mit der Planungshilfe für Abluft und Filter. Eine höhere Stufe ist kein pauschaler Ersatz für die Prüfung des Raums.
Umluft verteilt Luft innerhalb der Box. Die Erklärung der Ventilatoraufgaben ordnet beide Funktionen ein. Ein Umluftgerät entfernt nicht automatisch Feuchtigkeit aus dem System.
4. Eine auffällige Messung der passenden Aufgabe zuordnen
Prüfe bei Wärme, wann sie auftritt und welche Geräte dann laufen. Bei Feuchtigkeit dokumentierst du zusätzlich Wasserflächen, Pflanzenbestand und Verlauf beim Abschalten des Lichts. Die Feuchte-Prüfhilfe und die Auswahlhilfe für Befeuchtung oder Entfeuchtung begleiten die Zuordnung.
5. Änderung und Ergebnis protokollieren
Ändere eine Stellgröße nach der anderen. Vergleiche anschließend dieselben Messorte und ähnliche Betriebszustände. Die Geräteaufgaben im Vergleich helfen bei einer späteren Erweiterung. Für Produktdaten nutze Lüftung und Klimatechnik sowie die Angaben der konkreten Klimageräte. Halte Messprotokoll und Modellnummern für eine gezielte Supportfrage bereit.