Viele LED-Growlampen lassen sich dimmen. Auf dem Regler stehen dann Prozentwerte oder Stufen, auf dem Typenschild eine Wattzahl. Daraus ergibt sich schnell die Annahme: 50 Prozent am Dimmer bedeuten halbe Wattzahl und halbes Licht. Ganz so einfach ist es nicht immer. Dieser Ratgeber erklärt, welche Angaben es gibt, was sie bedeuten und wie du herausfindest, was deine Leuchte tatsächlich aufnimmt.
Drei Wattangaben, die oft verwechselt werden
Die Nennleistung ist der Wert, den der Hersteller für den Betrieb unter festgelegten Bedingungen angibt, meist bei voller Leistung. Die tatsächliche Leistungsaufnahme ist das, was die Leuchte in deinem Betrieb aus der Steckdose zieht. Sie kann von der Nennleistung abweichen, zum Beispiel durch Fertigungstoleranzen, die Netzspannung oder die gewählte Dimmstufe. Daneben findest du im Handel manchmal Angaben wie „ersetzt 1000 Watt“ oder Watt-Äquivalente. Solche Werte beschreiben keine Leistungsaufnahme und eignen sich weder für Stromkostenrechnungen noch für den Vergleich von Leuchten.
Was die Dimmstufe wirklich bedeutet
Die Zahl am Dimmer ist zunächst eine Einstellung, keine Messung. Ob eine Stufe von 50 Prozent genau die halbe Leistungsaufnahme ergibt, hängt von Treiber und Steuerung ab. Manche Leuchten haben eine Mindeststufe, unter die sie nicht dimmen, und manche Regler arbeiten in groben Schritten. Auch das Verhältnis zwischen aufgenommener Leistung und abgegebenem Licht kann sich mit der Dimmstufe verändern. Verlässliche Aussagen bekommst du deshalb nur aus den Herstellerangaben für die jeweilige Stufe oder aus einer eigenen Messung. Wie du Abstand und Dimmer praktisch einstellst, erklärt unser Ratgeber zu LED-Abstand und Dimmung.
Wie Leistung und Licht zusammenhängen
Die Effizienz einer Leuchte beschreibt man als Photonenwirksamkeit: abgegebene Photonen pro eingesetzter Energie, angegeben in Mikromol pro Joule. Erik Runkle von der Michigan State University erläutert diese Kennzahl in einer Übersicht über Gartenbau-LEDs. Für dich bedeutet das: Zwei Leuchten mit gleicher Leistungsaufnahme können unterschiedlich viel Licht abgeben. Und bei derselben Leuchte sagt die Wattzahl allein nicht, wie viel Licht bei deinen Pflanzen ankommt. Dafür brauchst du eine Lichtmessung an definierten Punkten.
Messen statt annehmen
Die tatsächliche Leistungsaufnahme je Dimmstufe ermittelst du mit einem Steckdosenmessgerät. Wie du daraus Stromkosten berechnest und warum du Dimmstufen messen statt schätzen solltest, erklärt unser Ratgeber zum Stromverbrauch von Grow-LEDs. Für dieses Thema ist vor allem wichtig: Notiere zu jedem Messwert die Dimmstufe, damit du Leistung und Einstellung später sauber zuordnen kannst. Für eine Schätzung der Lichtmenge pro Fläche kannst du die gemessene Wattzahl außerdem im PPFD- und DLI-Rechner verwenden. Eine solche Schätzung ersetzt aber keine Lichtmessung, denn Abstand, Abstrahlwinkel und Reflexionen verändern, was an der Pflanze ankommt.
Häufige Missverständnisse
- Die Wattzahl auf der Verpackung ist nicht automatisch die Leistungsaufnahme im Betrieb.
- Watt-Äquivalente sind keine Leistungsangabe.
- Die Prozentzahl am Dimmer ist nicht automatisch der Prozentsatz der Leistungsaufnahme.
- Weniger Watt bedeuten nicht zwingend proportional weniger Licht, und umgekehrt.
Fazit
Trenne Nennleistung, tatsächliche Leistungsaufnahme und Werbeangaben sauber voneinander. Miss die Leistungsaufnahme deiner Leuchte bei den Dimmstufen, die du wirklich nutzt, und verwende diese Werte für deine Rechnungen. Wenn du Leuchten vergleichst, achte auf Angaben zur Photonenwirksamkeit statt auf Wattzahlen allein. Unsere LED-Modelle findest du in der Kategorie Beleuchtung LED.